Gedanken zum Pinotage Day
Magazin | Journal Rotwein Südafrika, Weinkunde, Südafrika
Gedanken von Jamie Goode zum Welt-Pinotage-Tag
Es ist fair zu sagen, dass Pinotage nicht jedermanns Sache ist. Oder anders gesagt: Es ist ein echter „Marmite-Wein“ – man liebt ihn oder man hasst ihn.
Es gibt sowohl leidenschaftliche Befürworter als auch kritische Stimmen. Dennoch bleibt Pinotage eine einzigartige südafrikanische Rebsorte und eine echte Erfolgsgeschichte.
Was genau ist Pinotage?
Pinotage zeigt viele unterschiedliche Stilistiken. Deshalb ist es schwer zu sagen, ob man ihn grundsätzlich mag – entscheidend ist immer der jeweilige Stil.
Ein Blick zurück: In den 1920er Jahren wurde Izak Perold, Professor an der Universität von Kapstadt, beauftragt, Rebsorten für das Westkap zu erforschen.
Er brachte 177 Sorten nach Südafrika und begann, neue Kreuzungen zu entwickeln.
Weinreben werden normalerweise vegetativ vermehrt. Neue Sorten entstehen jedoch aus Samen durch gezielte Kreuzung.
Dabei müssen die männlichen Teile der Pflanze entfernt werden, um Selbstbefruchtung zu verhindern. Anschließend werden viele neue Reben gezogen, aus denen die besten selektiert werden.
Eine dieser Kreuzungen war besonders bedeutend: Cinsault und Pinot Noir. Daraus entstand der Name Pinotage.
Perold pflanzte die neue Sorte 1925 in seinem Garten. Nach einem Jobwechsel geriet sie fast in Vergessenheit.
Erst Dr. Charlie Niehaus rettete die Reben. Später wurden sie von Prof. CJ Theron weiter kultiviert.
Der Durchbruch kam jedoch erst Jahrzehnte später. In den 1950er Jahren entstanden die ersten sortenreinen Pinotage-Weine.
1959 gewann ein Pinotage vom Weingut Bellevue in Stellenbosch die Cape Young Wine Show.
1961 bestätigte Kanonkop den Erfolg mit einem weiteren Sieg.
Warum polarisiert Pinotage so stark?
Die Rebsorte ist gut an das warme Klima des Kaps angepasst, bringt jedoch Herausforderungen im Weinbau mit sich.
Unterschiedliche Reifegrade innerhalb einer Traube können zu unausgewogenen Aromen führen.
Das Ergebnis sind mitunter marmeladige Noten kombiniert mit „grünen“ Geschmäckern.
Schlecht gemachter Pinotage wirkt oft besonders unangenehm – stärker als bei anderen Sorten wie Merlot.
Die wichtigsten Pinotage-Stile
Blockbuster-Stil
Dieser Stil setzt auf reife Trauben und maximale Extraktion. Der Ausbau erfolgt häufig in neuer Eiche.
Das Ergebnis ist ein kraftvoller, dunkler Wein mit süßer Frucht und deutlichen Holznoten.
Eleganter Stil
Hier steht Finesse im Vordergrund. Die Trauben werden früher gelesen und schonend verarbeitet.
Die Weine zeigen rote Frucht, feine Tannine und eine leichtere Struktur – eher Burgund als Bordeaux.
Dieser Stil gewinnt zunehmend an Beliebtheit.
Fruchtiger, kommerzieller Stil
Diese Weine sind unkompliziert, zugänglich und zeigen klare Beerenaromen.
Sie sind oft preiswert und machen einfach Spaß zu trinken.
Kaffee-Pinotage
Ein besonders kontroverser Stil. Winzer Bertus Fourie entwickelte ihn bei Diemersfontein.
Durch spezielle Holzbehandlung während der Gärung entstehen ausgeprägte Kaffeenoten.
Der Stil wurde kommerziell erfolgreich und brachte Fourie den Spitznamen „Mr. Starbucks“ ein.
Pinotage ist und bleibt eine faszinierende Rebsorte. Wer ihn bisher gemieden hat, sollte ihm eine zweite Chance geben.
Unabhängig vom persönlichen Geschmack ist Pinotage ein wichtiger Bestandteil der südafrikanischen Weinkultur mit vielversprechender Zukunft.
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